Letzte Aktualisierung: 21.07.26

Rückblick auf das Praktikum von Norbert Mozes

Norbert Mozes macht das Berufungsorientierungsjahr im Münchener Priesterseminar und war immer wieder in Solln, um das Leben in unserem Pfarrverband kennenzulernen.

Das Berufungsorientierungsjahr des Priesterseminars in München gibt jungen Männer die Möglichkeit, sich vor ihrem Studium zu orientieren. Dazu gehört der Einsatz in verschiedenen kirchlichen Bereichen. Norbert Mozes war in den letzten Monaten immer wieder im Pfarrverband Solln. Dort hat die Pfarrgottesdienste mitgefeiert und unter der Woche bei vielen verschiedenen Gruppen und Aktionen mitgewirkt. Nach dieser Zeit blickt er auf seine Erfahrungen zurück.


Interview mit Norbert Mozes

Welche Erfahrungen haben Sie in den vergangenen Monaten in Solln gemacht?

Das Leben eines Priesters besteht nämlich aus weit mehr als der Feier der Sonntagsmesse und den schönen Predigten. Zu diesem Dienst gehören unter anderem die Vorbereitung auf die Erstkommunion, dann die Erstkommunion, Firmungen, Seniorennachmittage, Krankenbesuche, Taufen, Trauungen, Beerdigungen, seelsorgliche Gespräche, die Planung von Veranstaltungen und nicht zuletzt auch Verwaltungsaufgaben usw. usw.. Viele Priester werden dabei von Pastoralreferent/innen sowie weiteren haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden unterstützt. Dennoch bleibt der Dienst vielfältig und anspruchsvoll.

Deshalb ist es wichtig, schon früh zu erleben, wie dieser Alltag aussieht. Denn das Priestertum ist nicht einfach ein 8-Stunden-Job, sondern eine Lebensform. Nach der feierlichen, bewegenden und durch Freudentränen gefluteten Priesterweihe beginnt der eigentliche Alltag und dort sollte schon klar geworden sein, ob dieser Weg einen Menschen wirklich erfüllt.

Haben Sie eine persönliche Beschreibung gefunden, was für Sie ein Priester ist?

Für mich ist der Priester vor allem ein Mensch, der anderen hilft, Gott zu finden und den Blick auf den Himmel offen zu halten. Er begleitet Menschen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen und versucht, ihnen die Nähe Gottes erfahrbar zu machen. Wenn ich durch meinen Dienst auch nur einem einzigen Menschen helfen kann, Gott näherzukommen, dann hätte sich dieser Weg für mich bereits gelohnt.

Ich persönlich durfte diese Erfahrungen während meines Praktikums in Solln bei Pfarrer Bihl machen. Diese Zeit hat mir geholfen, meine eigenen Stärken und Schwächen besser kennenzulernen und zu entdecken und dass dieser Weg mich wahrscheinlich doch erfüllen könnte.

Die Aufgabe des Priesters wird meist mit dem Begriff “Berufung” in Verbindung gebracht.

Ich denke der Begriff „Berufung“ wird oft missverstanden. Man könnte schnell denken, ein berufener Mensch sei von Gott besonders ausgewählt und hätte deshalb gewissermaßen bessere Karten als andere. Das sehe ich jedoch anders. Meines Wissens nach, sei es auch so klein und gering, liebt Gott jeden Menschen und nicht den einen mehr und den anderen weniger. Jede Seele ist unglaublich wertvoll für Ihn.

Berufung bedeutet für mich deshalb nicht, etwas ganz Besonderes zu sein, sondern etwas zu finden, das einen innerlich erfüllt und in dem man anderen dienen kann. Eine Berufung lebt nicht davon, dass man dafür Anerkennung oder eine Gegenleistung erhält. Solche Menschen begegnen uns nicht nur in der Kirche. Ich denke dabei zum Beispiel an Krankenpfleger/innen oder andere Menschen, die ihren Beruf mit großer Hingabe ausüben. Für mich ist das Berufung.

Natürlich gibt es Menschen, die einen solchen Beruf aus anderen Gründen wählen. Doch mit der Zeit zeigen Hingabe, Motivation und die Art, wie jemand mit anderen Menschen umgeht, ob darin wirklich eine Berufung steckt.

Ihr Weg führt Sie jetzt in die Ausbildung des Priesterseminars. Was erwartet Sie dort?

Wer den Weg zum Priestertum einschlägt, geht zunächst ins Priesterseminar. Dort erhält man eine umfassende geistliche, menschliche und theologische Ausbildung. Gleichzeitig ist das Seminar ein Ort, an dem man prüfen kann, ob dieser Lebensweg der richtige ist. Aber letztlich entscheidet sich eine Berufung nicht nur im Seminar, sondern auch im Alltag einer Pfarrei.

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